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Glossar

Hier finden Sie die wichtigsten Begriffe zum Thema [THEMA EINFÜGEN].

Quelle: Das Glossar wurde von [[HERAUSGEBER]] zur Verfügung gestellt.

A

  • AI – Appreciative Inquiry

    Die Grundidee von Appreciative Inquiry (übersetzt am besten mit "Wertschätzende Erkundung") ist, auf der Basis besonderer Erfolge der Vergangenheit die Zukunft zu gestalten. Diese Fokussierung der Erfolge im Appreciative Inquiry erklärt sich aus der Annahme, dass sich Organisationen und Menschen zu dem entwickeln, worauf sie ständig ihre Aufmerksamkeit richten.

    Anhand herausragender Erfolgsbeispiele wird aufgezeigt, wie der besondere Erfolg entstanden ist und welche Wirkmechanismen sich dahinter  verbergen. Die freigelegten Erkenntnisse und Energien werden dazu genutzt, den Erfolgen und allem, was den betroffenen Personen wichtig ist, mehr Möglichkeit zur Entfaltung zu geben.
    Im "AI-Summit" arbeitet eine Gruppe in 4 Schritten zum Thema:  Verstehen (Discovery);
    Visionieren (Dream), Gestalten (Design)Verwirklichen(Destiny).


  • Aktivierende Befragung

    Die Aktivierende Befragung  ist eine Methode, um im Gemeinwesen die Sichtweisen, Interessen und  Bedürfnisse der dort lebenden Menschen zu erfahren.  Im Unterschied zu anderen Untersuchungs- oder Befragungsmethoden ist eine Aktivierende Befragung gleichzeitig der völlig offene Beginn von Veränderungen  durch Aktionen der dort lebenden und betroffenen Bürgerinnen und Bürger.

    Die Methodik der Aktivierenden Befragung wurde im Rahmen von Sozialarbeit in Wohnquartieren entwickelt. Durch aktivierende Gespräche wird herausgefunden, wie die Betroffenen denken und fühlen, was sie als veränderungsbedürftig ansehen und was sie bereit sind zu tun, damit sich etwas ändert. Zu einer aktivierenden Befragung gehören folgende Elemente bzw. Phasen:
    1. Formulierung eines Vorhabens
    2. Voruntersuchung/Analyse und Auswertung
    3. Bewertung und Entscheidung – Konsequenzen aus der Auswertung
    4. Training und Vorbereitung der Interviewer
    5. Hauptuntersuchung
    6. Auswertung der Befragung
    7. Versammlung der Interessierten und  Bildung von Interessen- oder Aktionsgruppen
    8. Beratung und Begleitung der entstandenen Gruppen/Organisationen.


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B

E

  • eParticipation

    E-Partizipation umfasst alle internetgestützten Verfahren, die eine Beteiligung von Bürgern am politischen Entscheidungsprozess ermöglichen. Als Weiterentwicklung von klassischen Beteiligungsverfahren eröffnet E-Partizipation die Möglichkeit, dass sehr viele Teilnehmer sehr fokussierte Ergebnisse erarbeiten können. Das Internet erleichtert hier wesentlich die Kommunikation: die Verwaltung oder der Gemeinderat verteilen nicht nur Informationen an ihre Bürger, sondern erfragen Meinungen und Ansichten. Andersherum wenden sich Bürger mit ihren Anliegen an die Politik und erhalten Antworten. Mit spezieller Software werden die Diskussionen und Beiträge sortiert und gewichtet.


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K

  • Konsensuskonferenz

    Die Konsensuskonferenz ist eine öffentliche Untersuchung durch eine Gruppe von 10 bis 30 zufällig ausgewählten Bürgern zu einer gesellschaftlich wichtigen und kontroversen Frage. Anstatt eine wichtige Frage allein von Experten beurteilen zu lassen, werden bei diesem Verfahren aktiv Bürger und Laien in die Begutachtung dieser Herausforderung einbezogen. Dieses Bürger-Panel (= Gruppe von repräsentativ ausgewählten Bürgern)  legt seine Fragen und Anliegen einem Expertenpanel (= Gruppe von Experten) vor, bewertet dessen Antworten und setzt die Beratungen dann im eigenen Kreis fort. Das Ergebnis ist ein Beschluss im Konsens, der die Erwartungen, Anliegen und Empfehlungen zu dieser Fragestellung am Ende der Konferenz wiedergibt. Er wird in Form eines Berichts veröffentlicht und richtet sich direkt an Verantwortliche, Auftraggeber, politische Entscheidungsträger und die Öffentlichkeit.


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M

  • Mediation, Großgruppen-Mediation

    Mediation ist ein Verfahren der Konfliktlösung. Wörtlich übersetzt bedeutet "mediation" Vermittlung. Gemeint ist die Vermittlung in Streitfällen durch unparteiische Dritte, die von allen Seiten akzeptiert werden. Die vermittelnden Mediatoren helfen den Streitenden, eine einvernehmliche Lösung ihrer Probleme zu finden. Aufgabe der Mediatoren ist es nicht, einen Schiedsspruch oder ein Urteil zu sprechen. Vielmehr liegt es an den Konfliktparteien selbst, eine ihren Interessen optimal entsprechende Problemlösung zu erarbeiten. Alle sollen durch die Übereinkunft "gewinnen". Diese konstruktive Konfliktlösung wird durch das Mediationsverfahren ermöglicht. Die Vermittler hören sich die Anliegen aller Beteiligten an, lassen sie ihre Gefühle ausdrücken und helfen bei der Klärung der eigentlichen Interessen der Konfliktparteien. In zunehmendem Maße stellen sie wieder eine direkte Verbindung zwischen den Streitenden her. Das Ziel ist eine Vereinbarung, die alle Konfliktparteien unterzeichnen und umsetzen.


  • Methoden der Bürgerbeteiligung

  • Moderationsmethode

    Ein wesentliches methodisches Element der Moderation ist die Visualisierung, d.h. die Teilnehmenden werden vom Moderator angehalten, ihre Vorstellungen z.B auf Karten zu verschriftlichen. Die Moderationsmethode soll in effizienter Form eine komplexe Fragestellung der Problemlösung zuführen.


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O

  • Open Space

    Im open : space ("Offener Raum") wird der Fähigkeit von Gruppen, sich selbst zu organisieren, Raum gegeben. Zunächst gibt es nur eine leere Wand, an der die Teilnehmenden ihre Anliegen und Themen veröffentlichen. Diese werden anschließend in vorbereiteten Räumen zu unterschiedlichen Zeiten von Kleingruppen bearbeitet.  Die Kleingruppen veröffentlichen ihre Ergebnisse an der Dokumentationswand. So können alle nachvollziehen, was in den anderen Kleingruppen geschehen ist. Nach Abschluss aller Gruppenarbeiten liegt die vollständige Dokumentation der Ergebnisse vor. Diese werden gewichtet. Danach vereinbaren die Teilnehmenden Verabredungen.

    Open : space ist effektiver als herkömmliche Herangehensweisen, da die Teilnehmenden bereits während der Veranstaltung beginnen, Verantwortung für die Umsetzung ihrer Vorhaben zu übernehmen.


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P

  • Planning for Real

    Planning for Real ist ein gemeinwesenorientiertes und mobilisierendes Planungsverfahren. Im deutschen Sprachgebrauch kann es übersetzt werden mit »Aktiv für den Ort«, »Nehmen wir unseren Ort in die eigenen Hände« oder »Planung von unten«.

    Mit dem Verfahren Planning for Real wird die Zielsetzung verfolgt, die Beteiligungsmöglichkeiten von Bewohnern bei der Entwicklung und Verbesserung ihres Stadtteils oder ihrer Region zu erweitern und zu fördern. Dies geschieht in einer besonderen Art und Weise, indem die Bewohner als Experten anerkannt und als Akteure für den eigenen Entwicklungsprozess am Ort ermutigt werden, zu handeln. Die verschiedenen lokalen Akteure bringen ihre spezifischen Anliegen, Problemsichten und Lösungsvorschläge miteinander in Verbindung. Ausgangspunkt ist, dass Bewohner einen Veränderungsbedarf formulieren.

    Besonderheit der Methode: Mit Hilfe eines dreidimensionalen Pappmodells, das den zu verändernden Stadtteil, Ort oder die Region im Ist-Zustand darstellt, wird eine Verständigung unter möglichst vielen der am Ort lebenden und arbeitenden Menschen über bestehende Mängel, aber auch über ihre Ideen und Vorschläge zur Veränderung der Situation angeregt.


  • Planungszelle

    Eine Planungszelle ist eine Gruppe von ca. 25 im Zufallsverfahren ausgewählten Bürgern, die für ca. eine Woche von ihren arbeitsalltäglichen Verpflichtungen freigestellt werden, um in Gruppen Lösungsvorschläge für ein vorgegebenes Planungsproblem zu erarbeiten. Die Ergebnisse ihrer Beratungen werden in einem sog. Bürgergutachten zusammengefasst.

    In der Regel tagen mehrere Planungszellen simultan zum gleichen Thema. Zentrale Merkmale der Methode sind die Zufallsauswahl der Teilnehmenden, die Freistellung und die Vergütung der Teilnahme, der Gruppenprozess, die Prozessbegleitung und Unterstützung durch Fachleute, die vorgegebene Problemstellung und Programmstruktur und die Dokumentation der Ergebnisse.


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R

  • Rat der Bürger

    Ein wichtiges Werkzeug innerhalb des Verfahrens ist die repräsentative Befragung, mittels derer letztlich konkrete Empfehlungen ausgesprochen werden. Um für einzelne Fragen auch sehr kurzfristig Empfehlungen bekommen zu können, wird ein "Rat der Bürger" eingesetzt. Für eine bestimmte Periode (z.B. ein Jahr) wird eine Gruppe von Personen repräsentativ ausgewählt. Diese Personen erklären sich für diese Periode bereit, innerhalb recht kurzer Zeit ihre Empfehlung zu bestimmten Fragen abzugeben. Für die effiziente Abwicklung der Befragung bietet sich das Internet an. Ziel des Beteiligungsverfahrens ist es, in einem zeitlich begrenzten Rahmen konkrete Empfehlungen an den Gemeinderat abzugeben. Dabei sind alle Randbedingungen zu beachten, die die Gestaltungsfreiheit einzelner Vorhaben einschränken. Diese können prinzipieller Natur sein oder auch aus Beschlüssen früherer Verfahren. Bei den hier als "Vorhaben" bezeichneten Themen der Beratung und Beschlussfassung geht es um alle wichtigen Belange der Stadt und des Gemeinwesens, nicht nur um Bauvorhaben.


  • RTSC – Real Time Strategic Change

    Eine RTSC-Konferenz (Real Time Strategic Change) ermöglicht synchronen Wandel in einem gesamten System, z.B. einem Stadtteil. »Real Time« bedeutet hier: Veränderung wird nicht geplant, sie passiert. Aus diesem Grund repräsentieren die Teilnehmer in der Regel einen Querschnitt aus allen an dem Thema beteiligten Interessengruppen. Die Teilnehmer arbeiten während der Konferenz meist innerhalb von zwei bis drei Tagen in heterogen besetzten 8er-Gruppen, die als Fraktal jeweils die Meinungen und Sichtweisen der Gesamtgruppe widerspiegeln.
    RTSC-Konferenzen liegt die Idee zu Grunde, ein hohes Maß an Selbstbeteiligung und Begegnung auf allen Ebenen zu erzeugen. Das Thema wird in drei Schritten bearbeitet: Aufrütteln: die Situation erkunden und verstehen, Zukunftsbilder: Identifikation mit der Vision und den Zielen und Vereinbarung der ersten Schritte in der Umsetzung.


  • Runder Tisch

    Spätestens seit den Umbrüchen in Osteuropa Ende der 80er Jahre haben sich Runde Tische bei der Suche nach Lösungen für komplexe und/oder konfliktreiche gesellschaftliche Fragestellungen etabliert. Es handelt sich dabei weniger um eine Methode im eigentlichen Sinn, sondern vielmehr um eine Organisationsform, die sich bei ihrer praktischen Ausgestaltung unterschiedlicher Methoden bedienen kann. Die Faszination des Runden Tischs hängt wesentlich mit der bestechenden Einfachheit des verwendeten Bildes zusammen. Der Runde Tisch bietet für viele Platz und alle sind gleich, denn es gibt kein oben und unten, keine schmale Stirnseite für den Vorsitz und kein Podium. Damit steht der runde Tisch für die gleichberechtigte Teilhabe der Beteiligten, die miteinander im Dialog eine von allen Seiten getragene Lösung finden. Im Idealfall ist sein Ergebnis von großer Verbindlichkeit, da alle Betroffenen aktiv beteiligt waren. Auch der Runde Tisch bedarf einer Struktur, die das Potenzial des Bildes zur Entfaltung bringt. Der Runde Tisch als Organisationsform macht überall dort Sinn, wo verschiedene Institutionen und Positionen zu einem Thema zusammengebracht werden sollen und die Gesamtheit der Teilnehmenden zu gemeinsamen Lösungen kommen soll.
    Letztlich geht es bei einem Runden Tisch immer darum, die Fachkompetenz aller Beteiligten in einen produktiven Dialog zu bringen.


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S

  • Stadtteilforen

    siehe auch 1.2.1

    Der Wunsch nach Beteiligung, nach Diskussion und Handeln in der Stadt ist vor allem dann präsent, wenn Bürger von Entscheidungen direkt betroffen sind, wenn Bürger sich auf diesen Ort als Lebensmittelpunkt eingelassen haben, wenn sie die Situation vor Ort gut kennen und wenn die Verhältnisse in ihren Zusammenhängen überschaubar sind.

    In mittleren bis großen Städten sind die mit diesen Faktoren angesprochenen Dimensionen, nämlich Betroffenheit und Expertentum am ehesten im eigenen Stadtteil vorhanden. Gegenstand des Handelns von Bürgern im Stadtteil sind all die Dinge, die die Gesamtsituation im Stadtteil angehen: die Spielplätze und Spielräume für Kinder, die Verkehrsführung, Kinderbetreuung, die Stadtbücherei, die Plätze und Treffpunkte für Erwachsene. Eine Struktur für das Handeln der Bürger  im Stadtteil, ein Rahmen, der Handeln überhaupt erst ermöglicht, ist das »Stadtteilforum«.  Ziele von Stadtteilforen lassen sich folgendermaßen beschreiben:
    • Initiierung von selbstorganisierten, bürgerschaftlichen Diskussions- und Handlungszusammenhängen im Stadtteil
    • Schaffung einer neuen Art von Öffentlichkeit im Stadtteil durch den Aufbau kontinuierlicher, »unpersönlicher« (Hannah Arendt), also öffentlicher Beziehungen
    • Ermöglichung einer neuen »Kultur des Sozialen« durch Austausch unterschiedlicher Meinungen, Erfahrungen und durch Kooperation (Zusammenlegung von Ressourcen)
    • Verbesserung der Kooperation zwischen Bürgern und Verwaltung durch Kooperation, frühzeitige Information und Aufgabenteilung
    • Prüfung, ob Aufgaben, die derzeit ganz selbstverständlich die Kommune wahrnimmt, den Bürgern wieder zurückgegeben werden könnten, mit dem Ziel, deren Gestaltungs- und Handlungsspielraum zu vergrößern.


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W

  • World-Café

    Idee der Methode "World-Café" ist die Arbeit in der besonderen Atmosphäre eines Cafés, in dem sich Menschen wie im alltäglichen Leben begegnen und unterhalten.  Was den Rahmen betrifft ist das durchaus auch wörtlich zu nehmen. Die Teilnehmenden sitzen an kleinen Tischen, an denen jeweils vier bis fünf Menschen Platz finden.
    Im  World Café werden, Gespräche geführt, die ein Thema haben. Es geht um eine Frage oder um eine aufeinander abgestimmte Sequenz von Fragen. Das World Café macht die gemeinsame Antwort der Teilnehmer aus diesen Fragen sichtbar.
    Nach einiger Zeit wechseln die Teilnehmenden in andere Gruppen. Aus einer Folge von Gesprächen in immer neuer Zusammensetzung der Teilnehmenden entsteht Verstehen, aus diesem Verstehen entsteht Bewusstsein und daraus (vielleicht) eine neue Realität.


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Z

  • Zukunftskonferenz (future search conference)

    Eine Zukunftskonferenz ist eine Lern-, Dialog-, Visions- und Planungstagung mit idealerweise 64  und mehr  Teilnehmern. Sie ist ein geeignetes und erprobtes Instrument, um viele Teilnehmer in einer großen Gruppe in die Erarbeitung einer Vision für das Thema und die daraus zu vereinbarenden gemeinsamen Ziele einzubeziehen und sie für die Umsetzung zu gewinnen. Die Zukunftskonferenz bearbeitet das Thema in 5 Schritten: Vergangenheit des Themas, Gegenwart: was sind die Herausforderungen und was haben wir bisher erreicht, die Zukunft und Vision des Themas, die Ziele und Vereinbarungen und die konkreten Schritte zu der Umsetzung. Die Zukunftskonferenz setzt auf die Beteiligung aller relevanten Gruppen.


  • Zukunftswerkstatt

    Ziel einer Zukunftswerkstatt ist es, dass Menschen für eine Zeit an einem Ort zusammenkommen und gemeinsam nach kreativen Lösungen für ein drängendes Thema  oder eine ihnen gestellte Aufgabe suchen. Die Zukunftswerkstatt ist ein wirkungsvolles Instrument der Partizipation von Betroffenen, weil durch die Werkstattarbeit die in jedem Menschen schlummernden Lösungsansätze aktiviert werden. Das Arbeiten mit der Methode Zukunftswerkstatt ist kreativ, ganzheitlich und sehr kommunikativ.

    Eine Zukunftswerkstatt verläuft in drei Phasen: Eine Kritik- und Beschwerdephase  dient der Problemanalyse und definiert die Herausforderungen. In der Phantasiephase entwickeln die Teilnehmenden die Visionen. In der Verwirklichungs- und Praxisphase werden Empfehlungen und Lösungen erarbeitet. Zukunftswerkstätten enden mit konkreten Handlungsperspektiven!


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